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Letzte Woche verstarb Monika Helfer. Sie war eine großartige österreichische Schriftstellerin, auf deren Bücher ich immer mit großer Vorfreude gewartet habe. Sie hatte eine Wärme in der Sprache, die nie in Kitsch abrutschte und dabei auch immer präzise blieb. Sie hat nie die dicken Wälzer abgeliefert, aber auf wenigen Seiten trotzdem ganz Welten geöffnet. Das Abtauchen war mit ihr stets gesichert.

(Wenn du sie noch nicht kennst, fang mit Die Bagage an: Die Geschichte ihrer eigenen Großeltern, erzählt in einer Sprache, die man nicht wieder vergisst. Ich empfehle sie dir uneingeschränkt)

Als sie starb, war für mich sofort klar: Sie muss in die sonntagslese. Beim Weiterdenken fiel mir auf, wie viele österreichische Schriftstellerinnen und Schriftsteller ich mag. Es sind unzählige. Mehr als deutsche, ehrlich gesagt.

Warum eigentlich? Woran liegt das? Und: bilde ich mir nur ein, dass österreichische Literatur irgendwie anders klingt und ich sie erkennen kann?

Bild: Hannah Welch (unsplash)

Alles nur Fassade

Ehe. Familie. Rollenbilder. Arbeit. Liebe.

Auffallend viele österreichische Autorinnen und Autoren interessieren sich genau für die Stellen, an denen diese schönen Ordnungen Risse bekommen. Dafür gibt es sogar einen literaturwissenschaftlichen Begriff, über den ich bei der Recherche gestolpert bin: Demontage der IdylleSie decken auf, was dahinter steckt. Es wird eng, brutal, absurd oder einfach einsam.

Ist da überhaupt Idylle, die kaputt gemacht werden kann?

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