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Gestern war Anstich des 191. Münchner Oktoberfests und wer mich kennt, weiß: ich war vorne mit dabei.

Kettenkarussell, Bier, Wilde Maus, Kaiserschmarrn. Alles meine Must-dos. Und natürlich ein Tisch im einen der Festzelte. Die Stimmung, das Singen, das Schunkeln und Scherzen. Die Stunden vergehen wie im Flug.

Und ja, klar, es ist nicht jedermanns Sache. Viele (sehr (!) betrunkene) Menschen auf einem Haufen, Gedränge, Preise. Wahrscheinlich liebt oder hasst man die Wiesn. Mei, ich liebs.

Dabei ist mir die restlichen 50 Wochen des Jahres Körperkontakt mit fremden Menschen ein Graus. Eine rappelvolle U-Bahn ist für mich der absolute Albtraum, da laufe ich lieber 2 Kilometer.

Aber mit Menschen schunkeln, deren Nachname ich nicht kenne? Überhaupt kein Problem.

Warum?

Bild: privat

Die Angst vor der Berührung

„Nichts fürchtet der Mensch mehr als die Berührung durch Unbekanntes“. Das ist der erste Satz von Elias Canettis Masse und Macht und es trifft exakt meine Haltung für den Rest des Jahres.

Im Aufzug schauen wir nach oben. In der U-Bahn ziehen wir die Ellenbogen ein, schauen aufs Handy/Buch, vermeiden Blickkontakt und sind froh, wenn die Haltestelle kommt. An der Supermarktkasse verteidigen wir unseren Raum mit dem Einkaufswagen.

Aber dann fahre ich mit genau dieser U-Bahn auf ein Volksfest, das letztes Jahr 6,5 Millionen Besucher hatte, viermal so viele, wie München Einwohner hat. Und ich freue mich auf einen Abend im Zelt.

Fünf Minuten vorher auf dem Weg dorthin: Berührungsfurcht.

Im Festzelt: weg.

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