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Bislang habe ich nur viel davon gehört, jetzt habe ich es auf der Frankfurter Buchmesse an diesem Wochenende live gesehen. Dass Manga und Cosplay auf der Buchmesse stets ein Riesen-Ding sind, weiß ich aus über zwanzig Jahren Erfahrung. Aber nun: New Adult. 

Ewig lange Schlangen vor den kleinen Lesebühnen. Cover, die ich noch nie gesehen habe und unzählige Farbschnitte. Bücher, deren Seitenränder mit Ranken, Sternen und Drachen bedruckt sind. Manches sieht eher nach einem kleinen Kunstwerk aus als nach einem Buch, das man einfach in die Tasche steckt. 

Ich staune und freue mich über die Begeisterung. Über diese Menschenmengen, die bereit sind für Bücher anzustehen. Bücher! Aus Papier! Im Jahr 2026!

Ja, und dann schaue ich auf meine eigene Tasche. Wie immer werde ich den Heimweg schwer beladen, sämtliche Verzeichnisse und Vorschauen im Gepäck, antreten. Mehr als ich je werde lesen können. Das weiß ich jetzt schon. 

Ich bin allerdings in guter Gesellschaft. Und zwar seit 532 Jahren.

Der erste Narr an Bord

1494 erschien in Basel ein Buch, das zu den großen Erfolgen der frühen Druckzeit gehört: Das Narrenschiff von Sebastian Brant. Brant schickt die Narren seiner Zeit auf ein Schiff in Richtung Narragonien. Alle finden Platz. Die Geizigen, die Eitlen, die Schwätzer, die Ehebrecher. Mehr als hundert Narren, jeder mit einem eigenen Kapitel und eigenem Holzschnitt. 

Und wer sitzt ganz vorn? Wer darf als Erster an Bord?

Der Büchernarr. 

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